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17. Januar 2020

Die Europacloud: Gaia-X

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Beim Digitalgipfel in Dortmund im letzten Quartal 2019 stand ein Thema besonders im Vordergrund: Eine europäische Datencloud. Nach Ankündigung der Bundesregierung soll Gaia-X der Name für eine digitale Public-Private-Partnership sein. Die Cloud-Infrastruktur hat das Ziel, EU-Mitgliedstaaten miteinander zu vernetzen. Das Vorhaben ist angelehnt an die Initiative Industrial Data Spaces, wonach international operierende Unternehmen Kundendaten Länder übergreifend ohne den Umweg über die Firmenzentrale transferieren können. In der digitalisierten Geschäftswelt ist Cloud-Computing für eine effiziente Arbeitsweise unabdingbar. Derzeit sind die US-Konzerne Amazon (33 % Marktanteil), Google und Microsoft so dominant am Markt, dass viele europäische und deutsche Unternehmen ihre Konkurrenzfähigkeit nicht ohne die Dienste der Riesenkonzerne sicherstellen können. Diese Problematik spitzt sich auch aus der Sicht der Bundesregierung zu, da über den sogenannten ClOUD-Act US-Behörden das Recht besitzen, auf die Daten der US-Konzerne inkl. der Dienste zuzugreifen. Dies geschieht selbst dann, wenn die Server im Ausland stehen.

Als Lösung hierfür soll Gaia-X die entsprechende Datensouveränität sicherstellen. Im Papier zum Projekt heißt es, dass Gaia-X „die Grundlage eines offenen, digitalen Ökosystems, mit dessen Hilfe Unternehmen und Geschäftsmodelle aus Europa heraus weltweit wettbewerbsfähig skalieren können“ ist. Die integrierten Garantien sollen Unternehmen ermöglichen, Daten speziellen Nutzern und der Allgemeinheit zur Verfügung stellen zu können, und dies ohne den Einblick der Konkurrenz. Mit Blick auf die industrielle Produktion sollen Hersteller von Maschinen auch nach der Auslieferung auf die Daten im Einsatz zugreifen können, um weitere Dienstleistungen anzubieten (z.B. automatisierte Wartung etc.).

Ende 2020 soll Gaia-X mit ersten Anwendern und Anbietern an den Start gehen.

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