Aktuelles

Gemeinsames Wissen nutzen

18. Mai 2021

Gerechter Übergang in eine klimaneutrale Wirtschaft

Allgemein

awe

0

Governance, Risk, Compliance | Thesmon Well Point

Spätestens 2050 sollen in der EU nicht mehr Treibhausgase ausgestoßen werden als gleichzeitig durch Wälder, Moore oder andere CO2-Senken gebunden werden.

Diese Klimaneutralität wird Regionen und Branchen besonders stark treffen, die heute noch stark auf den Einsatz fossiler Brennstoffe setzen oder viele Treibhausgase freisetzen wie die Viehzucht oder die Herstellung von Beton.

Der Just Transition Fund (JTF) soll das wichtigste Instrument der EU werden, um die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Kosten des Übergangs zur Klimaneutralität bis 2050 zugunsten der am stärksten betroffenen Gebiete zu mildern. Im Dezember 2020 erzielten das Europäische Parlament und der Rat eine vorläufige Einigung über die Einrichtung des Fonds. Am 18. Mai wird das Parlament im Plenum darüber abstimmen.

Strukturwandel unterstützen

Um weniger Treibhausgase zu emittieren, müssen die EU-Regionen ihre Wirtschaft umstrukturieren oder diversifizieren. Durch den dafür erforderlichen Kohleausstieg stehen auch Regionen in Deutschland wie die Lausitz, das Mitteldeutsche Revier und das Rheinische Revier vor großen sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen. In Deutschland sieht die EU-Kommission in ihrem Gesetzesvorschlag 15 Landkreise und Städte in den Braunkohleregionen im Osten sowie 2 Landkreise im rheinischen Revier für die Förderung vor.

EU-Fördermittel aus dem Just Transition Fund sollen bei der Bewältigung dieser Herausforderungen helfen. Der notwendige Strukturwandel hin zu einer CO2-neutralen Produktions- und Lebensweise muss dabei sozial abgefedert sein, den Bedürfnissen vor Ort entgegenkommen und Zukunftsperspektiven für alle bieten, insbesondere für die betroffenen Arbeitskräfte und die Jugend.

Deutschland zweitgrößter Empfänger

17,5 Milliarden Euro stehen für einen gerechten Übergang zur Verfügung: 7,5 Milliarden aus dem Mehrjährigen Finanzrahmen 2021-2027, ergänzt durch 10 Milliarden aus dem Corona-Aufbaupaket Next Generation EU. Nach Polen wird Deutschland mit rund 2 Milliarden Euro der zweitgrößte Empfänger sein.

Die JTF-Mittel können durch Mittel ergänzt werden, die auf freiwilliger Basis aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Europäischen Sozialfonds (ESF+) übertragen werden.

Förderumfang auf Kleinstunternehmen und Universitäten erweitert

Das Europäische Parlament hat sich für die Unterstützung der am meisten gefährdeten Gemeinden in den Regionen eingesetzt: Der Anteil der aus EU-Mitteln zu finanzierenden Investitionen (Kofinanzierung) wird damit auf maximal 85 % für weniger entwickelte Regionen (BIP pro Einwohner weniger als 75 % des EU-Durchschnitts), 70 % für Übergangsregionen (BIP pro Einwohner 75 % bis 90 %) und 50 % für stärker entwickelte Regionen (BIP pro Einwohner über 90 %) festgelegt. Eine Kartenansicht des BIP pro Kopf findet sich beispielsweise bei Eurostat.

Die Europaabgeordneten konnten in den Verhandlungen mit dem Rat auch einen erweiterten Anwendungsbereich des Fonds durchsetzen. Gefördert werden nun auch Kleinstunternehmen, Universitäten und öffentliche Forschungseinrichtungen, digitale Innovationen und Aktivitäten in den Bereichen Bildung und soziale Inklusion. Auch Investitionen in erneuerbare Energien und Energiespeichertechnologien, in Energieeffizienz und Wärmeerzeugung für Fernwärme auf Basis erneuerbarer Energien sowie intelligente und nachhaltige lokale Mobilität sollen aus dem JTF finanziert werden.

Nicht über den Fonds finanziert werden sollen jedoch die Stilllegung oder der Bau von Kernkraftwerken, Tabakverarbeitung und Investitionen in fossile Brennstoffe.

Niklas Nienaß (Die Grünen/EFA), Schattenberichterstatter für den Just Transition Fund, sagte nach der Einigung im Dezember: „Wir müssen dafür sorgen, dass bei der Energiewende niemand auf der Strecke bleibt. Wir müssen Ökologie und soziale Gerechtigkeit zusammen denken. Der Just Transition Fund ist dabei ein wichtiger erster Schritt. Für Strukturstärkung in Kohle-Regionen braucht es jetzt Investitionen in Start-Ups, kleine und mittlere Unternehmen, soziale Projekte und Kulturangebote.“

Gebietsspezifische Pläne der Mitgliedstaaten

Ein zentrales Element des Mechanismus für einen gerechten Übergang wird die Ausarbeitung gebietsspezifischer Pläne für einen gerechten Übergang durch die EU-Staaten sein. Darin müssen sie sich auf die von der Kommission identifizierten Regionen konzentrieren, aber auch für Regionen in äußerster Randlage und Inseln Beträge aus ihren nationalen JTF-Zuweisungen vorsehen.

Die Mitgliedstaaten müssen auch sicherstellen, dass die Pläne mit ihren nationalen Energie- und Klimaplänen im Einklang stehen. Eine Plattform für einen gerechten Übergang wird als zentrale Anlaufstelle dienen, wenn Hilfestellung und Fachwissen im Zusammenhang mit dem gerechten Übergang benötigt werden.

Auf Initiative des Europäischen Parlaments wird ein Anreizsystem für den besonders erfolgreichen Rückgang von Emissionen eingeführt, ein sogenannter „Green Rewarding Mechanism“. Sollten in Zukunft zusätzliche Mittel verfügbar sein, dann erhalten Mitgliedsstaaten, die es schaffen, die Treibhausgasemissionen ihrer Industrieanlagen besonders rasch zu reduzieren, diese zusätzlichen JTF-Mittel bevorzugt.

Hintergrund

Die Europäische Kommission veröffentlichte im Januar 2020 einen Legislativvorschlag zum Fonds für einen gerechten Übergang (Just Transition Fund, JTF) zur Umsetzung der im Europäischen Grünen Deal festgelegten Prioritäten. Ein geänderter Vorschlag im Mai sah eine Aufstockung der Fondsmittel vor. Im Dezember 2020 erzielten Rat und Europäisches Parlament eine Einigung zur Einrichtung und Finanzierung des Fonds, über die im Plenum am 19. Mai abgestimmt wird.

Quelle: Pressemitteilung des EP v. 17.05.2021

Die Auseinandersetzung auf der strategischen Ebene mit dem  Klimawandel und dessen Auswirkung auf das Geschäftsmodell gewinnt deutlich an Bedeutung
Wir betten You Tube-Videos im erweiterten Datenschutzmodus ein, ohne dass Cookies zur Analyse des Nutzungsverhaltens gesetzt werden. Es werden also keine Daten zu Nutzeraktivitäten erhoben, um die Videowiedergabe zu personalisieren.

“Unternehmen, die ihr Geschäftsmodell und ihre unternehmerische Strategie nicht angemessen unter dem Aspekt des Klimawandels prüfen, können sowohl dem Klima schaden als auch selbst geschäftlich Schaden nehmen.”

EU-Kommission
Bei wachsenden Auflagen und steigenden Anforderungen in Sachen Klima ist es für Organisationen und Unternehmen von großer Bedeutung sich nachhaltig strategische mit dem Klimawandel auseinander zu setzen.
Die Thesmon Well Point Situationsanalyse Klima als Werkzeug:

Etablierung des Themas Klimawandel auf oberster Ebene; Klimaausschuss mit Beiträgen relevanter Organisations bzw. Unternehmensbereiche wie z. B. Planung & Strategie, Risiko, Umweltmanagement, Einkauf, Vertrieb

Identifizierung, Bewertung und Dokumentation der relevanten Risiken und Chancen anhand der gesamten Wertschöpfungskette; Implementierung in das bestehende Risikomanagement nebst erwarteter Angaben auf die monetären Ergebnisse

Modelierung von Szenarien mit ausgewählten klimarelevanten Daten und deren Auswirkung auf die Geschäftsergebnisse

Aufbau eines Kennzahlensystems für die Steuerung der Performance in Hinblick auf die klimarelevanten Themen; Etablierung eines flexiblen und pragmatischem Rahmenwerks zur Zielerreichung (z. B. Objectives and Key Results, OKRs) als Management-System für die zielgerichtete und moderne Organisationsführung

Ergebnisse fließen in die Betrachtung des Geschäftsmodells ein und zeigen die notwendigen Maßnahmen für eine Organisationsresilienz zu den Auswirkungen des Klimawandels auf; Anpassung an die Kriterien z. B. in Hinblick auf die Auswahl von Standorten, der Umschichtung von geplanten Investitionen die den politischen Rahmenbedingungen zum Klima standhalten 

Ihr Ansprechpartner:

Andreas Weiß
Telefon: +49 421 4089 2940

andreas.weiss@thesmonwellpoint.de

Comments are closed.