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12. Juni 2019

Gesundheitsförderung ohne Unternehmenskultur geht nicht

Allgemein

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Betriebliche Gesundheitsförderung kann wichtiges Element einer erfolgreichen Unternehmensführung sein. Ihre positive Wirkung kann sie allerdings nur Entfalten, wenn sie in Verbindung mit einer entsprechenden Unternehmens- und Wertekultur auftritt. Wenn MitarbeiterInnen bemerken, dass Gesundheitsangebote nur dazu da sind, die Beschäftigten noch leistungsfähiger zu machen, wirkt sich das kontraproduktiv aus. Die in ausführlichen Interviews Befragten empfinden diese Maßnahmen eher als Einmischung und Bevormundung seitens des Arbeitgebers. Beispielsweise sollten MitarbeiterInnen, welche harte körperliche Arbeit verrichten, keine plumpen Fitnessangebote erhalten. Eine Studie der Hochschule Fresenius vom Oktober 2018 gibt Aufschluss über kontinuierlich steigende Krankenstände und warum Gesundheitsförderung bei falscher Anwendung keinen Erfolg hat. Laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin betrug der Ausfall der Bruttowertschöpfung bei durchschnittlich 17,5 Fehltagen pro ArbeitnehmerIn 2016 133 Milliarden Euro; und dies trotz 6,5 Milliarden Euro Investitionen in Gesundheitsförderung seitens der Unternehmen und Krankenkassen.

Die Befragung zeigt auch, dass MitarbeiterInnen unterschiedlicher Branchen das Gefühl haben, mehr zu leisten als sie zurückerhalten. Dazu kommt mangelnde Wertschätzung und zu hoher Effizienzdruck. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den Gesundheitszustand der MitarbeiterIhnen und bewirkt schließlich einen zu hohen Krankenstand.

Arbeitgeber können diesem Trend jedoch mit gezielten Maßnahmen entgegenwirken:

  • konstruktives und regelmäßiges Feedback / Austausch,
  • positiver Umgang mit Fehlern,
  • angemessener Zeitrahmen für Arbeitsaufgaben,
  • Anerkennung der Arbeit durch die/den Vorgesetzte(n),
  • Unterstützung im und für das Team,
  • Hochwertige Arbeitsmittel.

Sicher, diese Maßnahmen sind nicht neu, dennoch sollten sie umgesetzt und gepflegt werden. Leichter fällt es, diese Beispiele für Wertschätzung in eine wertebasierte Unternehmenskultur zu integrieren. Nur wertebasiert gelingt es, Gesundheitsförderung erfolgreich im Unternehmen zu etablieren und somit Fachkräfte zu gewinnen und zu erhalten.

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