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12. September 2019

Gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien

Allgemein

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Die Einführung digitaler Produkte sowie die Etablierung digitaler Prozesse ist ein zeitgemäßes Bekenntnis vieler Unternehmen zur Geschäftswelt von Morgen. Technologien und Softwareprodukte bestimmen in großer Breite den Alltag vieler deutscher Unternehmen. So löblich dieser Wettlauf mit der Digitalisierung auch ist, so hat er auch seine Tücken. Da es am Ende Menschen sind, die die entsprechenden Technologien nutzen, bestimmen Mitarbeiter*innen den Grad der Effektivität und Effizienz wesentlich mit. Werden Technologien nicht auf die Anforderungen und Kenntnisse der Beschäftigten abgestimmt, kann Digitalisierung sogar krank machen. Das Phänomen des digitalen Stresses in Deutschland behandelt eine Studie, die im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts Prävention für sicheres und gesundes Arbeiten mit digitalen Technologien (PräDiTec) durchgeführt wurde. 5.000 Erwerbstätige wurden repräsentativ zu diesem Thema befragt.

Aus der Studie folgt u. a., dass zwölf verschiedene Belastungsfaktoren auf die Mitarbeiter*innen einwirken können. Darunter zählen zum Beispiel

  • Omnipräsenz,
  • Überflutung,
  • Leistungsüberwachung und
  • Verletzung der Privatsphäre.

Wenn die Grenzen von Privat- und Arbeitsleben verschwimmen, sich das Gefühl, durchweg erreichbar zu sein, breit macht, ständige Kontrolle zu spüren ist und der Druck, aufgrund der hohen Daten- und Informationsflut, schneller arbeiten zu müssen, wächst, dann handelt es sich um digitalen Stress. Ein Drittel der Befragten gibt an, wenigstens einem dieser Belastungsfaktoren stark ausgesetzt zu sein.

Die Studie zeigt allerdings, dass digitale Arbeitsplätze allein noch keinen Stress verursachen. Vielmehr sind die Kombination verschiedener Technologien sowie die Nutzungsintensität entscheidend. Werden z. B. mehrere Softwareprodukte gleichzeitig und nur marginal genutzt, reichen die Kenntnisse der Nutzer*innen im Einzelnen häufig nicht aus, um Sicherheit und Routine zu entwickeln. Gereiztheit, Erschöpfung sowie psychische Beeinträchtigungen bis hin zu Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems sind Folgen digitalen Stresses. Oft gehen Unzufriedenheit am Arbeitsplatz sowie eine sinkende Leistung mit dieser Überforderungserfahrung einher. Unternehmen können allerdings etwas dagegen tun. Durch organisatorische Maßnahmen und soziale Faktoren, wie ein größerer Entscheidungsspielraum, mehr Verantwortung sowie ein gutes Verhältnis zur/zum Vorgesetzten kann digitaler Stress minimiert werden.

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